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Naturheilkunde-Debatte

Debatte um Homöopathie als Satzungsleistung in der GKV

In letzter Zeit steht die Abschaffung homöopathischer Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vermehrt im Mittelpunkt. Das Team der DornsteinTabelle hat dazu ausgewählte Naturheilkunde-Experten nach deren Einschätzung zu einem möglichen Wegfall homöopathischer Leistungen (Satzungsleistung GKV) befragt.

Naturheilpraxis

Karl Faulhaber, München

Sowohl die GKV, als auch die Zusatzversicherungen übernehmen meist keine Kosten für homöopathische Mittel und begründen dies zunehmend damit, dass der wissenschaftliche Nachweis fehlt.

Das beunruhigt mich nicht so sehr. Nehmen wir mal als Beispiel die Gabe von Arnika bei Rippenprellung. Da zahlt man ca. 7 Euro und kann das für weitere Beschwerden nehmen. Ist also nicht die „Welt".

Was mich viel mehr beunruhigt ist die ständige polarisierte Diskussion mit falsch-positiven Dichotomien, ob man Homöopathie völlig verbieten kann oder den Verkauf in Apotheken untersagen kann usw.

Das sind ja oft sehr intolerante und unwürdige Diskussionen, bei denen man sich auf die Wissenschaft beruht und sehr unwissenschaftlich und menschenwürdig argumentiert. Die Menschen machen ja nicht was „Verbotenes" sondern vertrauen ihrer Erfahrung und Wahrnehmung und sollten die Schmerzlinderung auf Suggestion beruhen, wäre das auch nicht schädlich. Die Werbung wird ja auch nicht abgeschafft.

Naturheilpraxis & Reiki-/Yogazentrum

Christiane Horst, Stoltebüll

Meines Erachtens ist das ein erneuter Versuch, die Homöopathie auf längere Sicht gänzlich abzuschaffen. Da die Einsparungen nach Berechnungen lediglich zu 0,05 Prozent Kostenersparnis führen würden, ist das wirtschaftliche Argument nicht überzeugend. Außerdem wird ja auch die Forderung erhoben, homöopathische Mittel in den Apotheken zu verbieten?! Das macht deutlich, was hier gespielt wird …

Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin

Silke Schreiber, Göttingen

Für einen kritischen Menschen, der sich umfassend auch abseits der Mainstream-Medien informiert und sich intensiv mit alternativen Heilmethoden und der Schulmedizin aber auch politischen Themen auseinandersetzt, dürfte sich ein klares Bild ergeben.

Unsere Gesellschaft ist an Profit interessiert und das zeigt sich auch in der Medizin. Ein gesunder Mensch bringt kein Geld ein, ein Mensch, der homöopathische Mittel einnimmt, braucht keine teuren Arzneimittel. Mehr und mehr wird der Mensch zum unmündigen Bürger, der auch noch die Verantwortung für seinen eigenen Körper und seine Gesundheit abgeben soll. Es geht nicht um homöopathische Mittel, sondern um Selbstbestimmung auf allen Ebenen. Immer deutlicher wird, dass wir in einem kranken, korrupten und gewinnorientierten System leben, in dem Menschen nur noch als willenlose Konsumsklaven gehalten werden, die funktionstüchtig erhalten werden sollen, solange sie Geld erwirtschaften und auch wieder ausgeben.

Die Medizin ist eine reine Reparaturmedizin geworden. In der traditionellen chinesischen Medizin und auch sicher in der Homöopathie schaut man auf die Gesundheit von Körper, Seele und Geist. In vielen Naturvölkern und in der Geschichte heilt man auf allen Ebenen. Die Heilungserfolge übertreffen sogar die der Schulmedizin. Uns hat man über Jahrhunderte erzählt, es sei nur Aberglaube. Doch der wahre Aberglaube ist das, was wir Schulmedizin nennen.

Wenn man sich mit Epigenetik, Quantenheilung und anderen Methoden beschäftigt, die auch unseren Geist einbeziehen, versteht man, dass ein Mensch eben ein Mensch ist und kein Roboter. Mittlerweile gibt es dazu sehr viel Forschung und es wird immer deutlicher, was der Mensch wirklich braucht, um heil zu sein.

Würde man schulmedizinische Behandlungen nach Erfolg überprüfen und davon die Zahlung durch Krankenkassen abhängig machen, so würden viele Methoden wegfallen (siehe GERAC-Studie zu Rückenschmerzen und Migräne, in der die Akupunktur eindeutig erfolgreicher war). Es gibt zahlreiche erfolgreiche alternative Verfahren – doch in diesen Bereichen wird nicht geforscht, weil es keine Gelder dafür gibt.

Heilpraktikerin

Dipl.-Biol. Susanne W.

Da GKV-Versicherte Patient*innen sowieso keine Homöopathie in HP-Praxen unterstützt bekommen (wir können nicht mit den GKV abrechnen), macht das keinen Unterschied.

Allerdings wird die Folge sein, dass auch die PKV und Beihilfen „ins Nachdenken" kommen, das trifft dann auch Patient*innen und Behandler*innen in HP-Praxen.

Vor allem aber geht es um die Diskreditierung der Methode, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Einsparungen sind marginal, vielleicht ist es gerade das: Mit Homöopathie kann man nicht so große Gewinne machen.

Naturheilpraxis

Dr. Christiane Ewers, Eckernförde

Ich glaube, es geht hier weniger um den Verlust für die Patienten, als darum, die Homöopathie zu diskreditieren!